Dienstag, 3. März 2009
Mein neuer Pullover auf einem langen Weg
Heute ist das Paket vom Versandhaus mit dem bestellten Pullover bei mir angekommen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, es bietet sich aber gerade auch an, mir Gedanken zu machen, wer nun alles für mich und meinen Pullover gearbeitet hat.
Die Etikette verrät mir, dass der Pullover in Bangladesh hergestellt wurde und 100% aus Baumwolle besteht. Die Baumwolle kommt aber höchstwahrscheinlich aus einem ganz anderen Teil der Welt. Dort wurde sie angepflanzt. Arbeiter der Plantage schauen, dass sie gut wachsen und pflücken sie, wenn die Zeit reif ist. Nun werden sie weitertransportiert. Mit dem Schiff, dem Flugzeug oder per LKW, wo immer sie auch hingeliefert werden müssen. Für diesen Transport braucht es Lastwagenfahrer, Matrosen oder Piloten. Nun wird die Baumwolle gewaschen. Dies passiert meist in einer Fabrik, wo die Leute angestellt sind. Maschinell geht das heute meist zu und her. Das heisst konkret, dass dafür auch Maschinen gebraucht werden, die von jemandem gebaut werden mussten – Maschinenbauer, Fabrikarbeiter und nicht zuletzt Ingenieure.
Aber ich bleibe auf dem direkten Weg meines Pullovers. Die Baumwolle wird nun zu einem ersten Stoff gesponnen, der anschliessend eingefärbt wird. Auch hier bin ich auf die Fabrikarbeiterinnen und –arbeiter angewiesen. Schneiderinnen schneiden den Stoff und nähen ihn anschliessend mit der Nähmaschine (auch diese mussten zuerst einmal hergestellt werden). Sie haben den Auftrag von einem Designer bekommen, der genau weiss, wie das Endprodukt ausschauen soll.
Nun geht mein Pullover wieder auf weite Reise mit Schiff oder Flugzeug zu einem Grossverteiler, welcher ihn dann weiter an kleinere Versande verkauft. Es braucht hier also nebst den Arbeitern in dem Geschäft auch Verkäufer, die sich um die ganze Administration kümmern. Nun ist mein Pullover beim Versandhaus angekommen. Angestellte haben meine Bestellung erhalten und geben diese weiter an die Logistiker. Diese packen den Pullover in einen Karton und übergeben ihn der Post. Dort werden die Pakete sortiert und dann nach Region verteilt. Der Pöstler bringt mir das Paket bis vors Haus, mit einer Rechnung selbstverständlich. Ich habe mich darüber gefreut und werde nun die Rechnung einzahlen, damit auch die Angestellten der Bank für mich weiterarbeiten können.
Es ist unglaublich, wie lange und vielfältig diese Kette von Arbeitern für einen Pullover ist. Auf der einen Seite erschreckt mich das ein bisschen, auf der anderen Seite denke ich, dass bei fairem Preis dies fast allen Arbeitenden zu Gute kommt, da viele Menschen in armen Ländern froh darüber sind, wenn sie ein bisschen Geld verdienen können. Ich bin der Meinung, dass man gut hinter die verschiedenen Ladeketten schauen muss und selbst entscheiden soll, wo man sich etwas kaufen kann und will.
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Liebe Manuela
AntwortenLöschenEs war spannend den Weg deines Pullovers zu lesen. Normalerweise mache ich mir nie darüber Gedanken, welchen Weg eines meiner Kleidungsstücke verläuft, deswegen war dein Post sehr interessant zu lesen. Irgendwie freut es mich, dass so viele Leute Geld daran verdienen, wenn ich einen Pullover kaufe. Andersrum hast du Recht, indem du sagst, dass man darauf achten sollte, woher der Pullover kommt, denn die Leute die dafür arbeiten, sollten auch dementsprechend bezahlt oder entschädigt werden, sei es soziale Unterstützung oder Lohn.
Jasmin Kolp, LG06Ac